"genauso beneide ich manchmal die menschen, die sich nie aus deutschland herausbewegt haben"
Ich auch. Aber diese menschen denken eben auch genau nie darüber nach. Wir schon. Deshalb könnten wir die Heimat niemals akzeptieren wie sie ist. Wir wissen da ist mehr und wollen das "mehr" (bei Bedarf auch Meer) entdecken.
Nur dann ist eine Entscheidung möglich. Und genau an dem Punkt trennen sich unsere Wege. Ich teile Deine Erfahrung nicht. Dreimal ein Jahr im Ausland ist nur Vergnügen. Die schlechten Seiten werden verdrängt, es ist ja nicht auf Dauer. Der große Schritt kommt erst noch. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es für mich (und das bezieht sich dann auf Dich...ich meine eben "Menschen von unserem Schlag") richtig ist. Ich habe lieber dort Sehnsucht nach der Heimat (was übrigens auch ein schönes Gefühl sein kann), als hier schreckliches Fernweh. Denn das Heimweh wird dann schnell bei blauem Himmel und südländischer "Genieße-den-Tag"-Mentalität vergessen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich den Zustand jederzeit ändern kann. Es ist einfacher zurückzugehen als aufzubrechen. Dies ist nicht allgemeingültig, aber...puh...ich verhaspele mich gerade...also, wenn Du in Deutschland Fernweh hättest, würdest Du vielleicht bereuen nicht gegangen zu sein...aber wenn Du Heimweh im Ausland hast, kannst Du jederzeit zurück (auf kurze oder lange Zeit). Das Denken ist eher im Kopf verankert, als in der Heimat zu sitzen und zu meinen "Ich kann ja jederzeit weg.".
da ist was wahres dran...was mir in der letzten zeit allerdings immer mehr auffaellt, ist wie wirklich "zerrissen" man zwischen zwei laendern haengt...denn selbst wenn man sagen wuerde "ich kann ja jederzeit zurueck" hat man ja trotzalledem seine eigene form von wurzeln im wahl-land geschlagen...erschrickt sich, wenn man saetze wie "mann, bist du italienisch" von deutschen zu hoeren bekommt, weil man ja sich ja eigentlich ganz und gar deutsch waehnt (was immer damit auch gemeint sein soll) und einem (in diesem fall mir) gar nicht aufgefallen ist, wie sehr man doch die landesgepflogenheiten und kultur des eigentlich "fremden" landes angenommen hat...
diese beiden paar schuhe unter einen hut zu bekommen, finde ich manchmal gar nicht so leicht...obwohl es eine unglaubliche bereicherung ist...
oooh ja. meine leute hier meinen immer, ich wäre ganz und gar nicht deutsch und es ist klar, dass ich mein glück woanders suchen möchte. die leute dort schmeißen mir dann sätze wie "man, du bist wirklich typisch deutsch" an den kopf.
ich hoffe, dein eintrag war nur ein kurzer ausflug in die melancholie...nicht, dass du gerade eine ernsthafte identitätskrise hast. *daumendrück für den ersten fall*
Ich auch. Aber diese menschen denken eben auch genau nie darüber nach. Wir schon. Deshalb könnten wir die Heimat niemals akzeptieren wie sie ist. Wir wissen da ist mehr und wollen das "mehr" (bei Bedarf auch Meer) entdecken.
Nur dann ist eine Entscheidung möglich. Und genau an dem Punkt trennen sich unsere Wege. Ich teile Deine Erfahrung nicht. Dreimal ein Jahr im Ausland ist nur Vergnügen. Die schlechten Seiten werden verdrängt, es ist ja nicht auf Dauer. Der große Schritt kommt erst noch. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es für mich (und das bezieht sich dann auf Dich...ich meine eben "Menschen von unserem Schlag") richtig ist. Ich habe lieber dort Sehnsucht nach der Heimat (was übrigens auch ein schönes Gefühl sein kann), als hier schreckliches Fernweh. Denn das Heimweh wird dann schnell bei blauem Himmel und südländischer "Genieße-den-Tag"-Mentalität vergessen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich den Zustand jederzeit ändern kann. Es ist einfacher zurückzugehen als aufzubrechen. Dies ist nicht allgemeingültig, aber...puh...ich verhaspele mich gerade...also, wenn Du in Deutschland Fernweh hättest, würdest Du vielleicht bereuen nicht gegangen zu sein...aber wenn Du Heimweh im Ausland hast, kannst Du jederzeit zurück (auf kurze oder lange Zeit). Das Denken ist eher im Kopf verankert, als in der Heimat zu sitzen und zu meinen "Ich kann ja jederzeit weg.".
diese beiden paar schuhe unter einen hut zu bekommen, finde ich manchmal gar nicht so leicht...obwohl es eine unglaubliche bereicherung ist...
ich hoffe, dein eintrag war nur ein kurzer ausflug in die melancholie...nicht, dass du gerade eine ernsthafte identitätskrise hast. *daumendrück für den ersten fall*