...dunque, comunque, allora, insomma...

...avanti...

...posta elettronica...

allegra1966 (chiocciola) gmail (punto) com

...finde...

 

...123...

...ueber die zerrissenheit...

manchmal erwischt einen die zerrissenheit zwischen zwei laendern "gefangen" zu sein ganz gewaltig...und ich beneide alle menschen, die sich nie entschlossen haben, mal im ausland "ihr glueck zu versuchen"...
diejenigen, die beispielsweise auf ischia geboren sind und dort geblieben sind...die selbst der job des flugbegleiters oder pilotens/einsatzort mailand nicht davon abhaelt nach getaner arbeit den flieger in richtung napoli zu nehmen und dann mit dem traghetto nach ischia ueberzusetzen...
genauso beneide ich manchmal die menschen, die sich nie aus deutschland herausbewegt haben...
"zack, hier fuehle ich mich wohl...hier bleibe ich" ...die niemals gucken wollten, wie es wohl woanders ist...sich niemals "so extrem mit der welt messen" wollten...oder fuer die es einfach von vornherein klar war, wo sie hingehoerten...
bei mir war es nie so...ich hatte immer den koffer in der hand und wollte noch "mal eben gucken", wie es wohl woanders ist..."du brennst an zuvielen ecken" hoerte ich freunde sagen...und...ja...sie hatten recht...schwupps... weg war ich...ab in alle winde....
und der satz mit dem meine mutter mich in die welt entliess war wasser auf meine muehlen:
"denk' dran...du kannst immer wieder zurueck nach hause kommen...egal was passiert...selbst wenn du den papst in scheiben schneidest" (hier ist nachzulesen, dass ich nicht die geringste absicht habe dies zu tun...ganz im gegenteil *lacht*)...
...aber zeig' mir denjenigen, der da nicht mit "vollen segeln lossegelt"?...
und eben drum gibt es diese momente, wo einen die sehnsucht nach heimat ueberkommt...umgeben von palmen treibt einem der gedanke an eine deutsche eiche die traenen in die augen...der gedanke an einen komplett gruenen wald...an den breiten buergesteig einer x-beliebigen deutschen stadt...den geruch von fruehling...und immer weht etwas wind...den spaeten tramonto im sommer...und ja...ja *es darf gelacht werden* die unkomplizierte art der muelltrennung...meerettichsahne, stellte ich neulich mit einer deutschen freundin fest, ist ein heimatliches seufzen...ganz zu schweigen von suessem senf...*das herz wird mir schwer*...
und so haengt man zerrissen zwischen zwei laendern...der blick in die heimatliche ferne verklaert die negativen seiten und hebt nur das positive hervor....und ich will hier auch nicht verheimlichen, dass ich diesen heimwehbeitrag bei offener balkontuer und 27 grad aussentemperatur um halb elf uhr abends schreibe...unter dem haus klappern die bratpfannen des ristorantes...mein nachbar scheint "milan-fan" zu sein...seinem geschrei in den hinterhof nach zu urteilen...weich gepuffert durch einen warmen freundeskreis...und der flugplan fuer mai bringt mich direkt mit bikini nach palermo und catania...also eigentlich alles in butter...
und dennoch...ich weiss nicht was es ist....nur eines weiss ich: es ueberkommt einen schlagartig...fast wie eine sommergrippe...die sehnsucht nach dem heimatland...oder ist's der uebermut?...die made im speck, die sich beklagt?...mhhh...ich weiss es nicht...ich glaube manchmal ist es einfach nur die sehnsucht nach der deutschen eiche...
ElsaLaska - 24. Apr, 23:26

oh ich hab hier auch wunderbare eichen, und ich kenne das, vielleicht besser als du sogar, weil ich weniger menschen um mich herum habe, die mich ein bisschen von allem ablenken. aber neulich besuchte mich meine allerälteste (im sinne von gleichaltrige und schon immer für einander da gewesen, da unsere mütter schon vor unserer geburt befreundet waren) freundin hier, morgen kommt mein bester ältester freund mit seiner lebensgefährtin, und stell dir vor, sie bringen mir zwei laib roggenmischbrot und 19 eier von la mamma mit ... ich habe keine sehnsucht nach deutschland, aber ich kenne den zustand sehr gut. wenn man unterwegs ist - und ich bin auch genau wie du mit eben jenem satz (nur ohne papst) losgeschickt worden, - dann lernt man, viel und alles und sich selbst in frage zu stellen. und weißt du, das ist manchmal schon eine gute sache. wer nie in karachi war, der weiß nicht, dass hartz IV nicht das schlimmste ist, was einem passieren kann. wer nie in syrien oder marokko gelebt hat, der weiß nicht, dass nicht alle moslems bombenleger sind. (auch wenn er es, natürlich, intellektuell oder rational weiß, aber erfahren hat er es nicht). wer nie in der (ansonsten zauberhaften) südsee war, dem ist nicht bewusst, was für ein wunderbarer, herrlicher, geschichtsträchtiger und kulturell reicher kontinent doch europa ist mit all seinen hauptstädten und regionen und tageszeitungen und klöstern und kirchen und burgen und ruinen.
und das geschenk dagegen ist die lebensfreude mitzunehmen, und die geht mit der melancholie hand in hand, - weil wir halt deutsche sind und bleiben.
ich will meine auslandserfahrungen nicht missen.
ich will auch hin und wieder heimkommen können.
im moment aber nicht :)

Allegra - 24. Apr, 23:37

*schneuzt ins taschentuch*....genau getroffen, liebe elsa...
Sabrina (Gast) - 25. Apr, 11:05

Sehnsucht

Wie gut ich das verstehen kann. Allerdings habe ich immer nur relativ kurze Zeitabschnitte in Italien verbracht.
Das Gleiche passiert mir aber auch in Deutschland, nur andersrum, und ich sehne mich wieder nach Italien.

Wäre ich auf Ischia geboren , würde ich auch immer wieder zurückkehren, es ist einer meiner Lieblingsplätze auf Erden. ;-)

Allegra - 25. Apr, 18:23

genau das sagen mir freunde auch...eben, dass sie in deutschland lebend sich nach ihrer zeit in italien sehnen...
*seufzt* wie man's macht....ist es verkehrt....zuhause sollte man bleiben...gar nicht erst aus dem haus gehen *lacht*...
caliente_in_berlin - 25. Apr, 19:19

"genauso beneide ich manchmal die menschen, die sich nie aus deutschland herausbewegt haben"
Ich auch. Aber diese menschen denken eben auch genau nie darüber nach. Wir schon. Deshalb könnten wir die Heimat niemals akzeptieren wie sie ist. Wir wissen da ist mehr und wollen das "mehr" (bei Bedarf auch Meer) entdecken.
Nur dann ist eine Entscheidung möglich. Und genau an dem Punkt trennen sich unsere Wege. Ich teile Deine Erfahrung nicht. Dreimal ein Jahr im Ausland ist nur Vergnügen. Die schlechten Seiten werden verdrängt, es ist ja nicht auf Dauer. Der große Schritt kommt erst noch. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es für mich (und das bezieht sich dann auf Dich...ich meine eben "Menschen von unserem Schlag") richtig ist. Ich habe lieber dort Sehnsucht nach der Heimat (was übrigens auch ein schönes Gefühl sein kann), als hier schreckliches Fernweh. Denn das Heimweh wird dann schnell bei blauem Himmel und südländischer "Genieße-den-Tag"-Mentalität vergessen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich den Zustand jederzeit ändern kann. Es ist einfacher zurückzugehen als aufzubrechen. Dies ist nicht allgemeingültig, aber...puh...ich verhaspele mich gerade...also, wenn Du in Deutschland Fernweh hättest, würdest Du vielleicht bereuen nicht gegangen zu sein...aber wenn Du Heimweh im Ausland hast, kannst Du jederzeit zurück (auf kurze oder lange Zeit). Das Denken ist eher im Kopf verankert, als in der Heimat zu sitzen und zu meinen "Ich kann ja jederzeit weg.".

Allegra - 25. Apr, 22:13

da ist was wahres dran...was mir in der letzten zeit allerdings immer mehr auffaellt, ist wie wirklich "zerrissen" man zwischen zwei laendern haengt...denn selbst wenn man sagen wuerde "ich kann ja jederzeit zurueck" hat man ja trotzalledem seine eigene form von wurzeln im wahl-land geschlagen...erschrickt sich, wenn man saetze wie "mann, bist du italienisch" von deutschen zu hoeren bekommt, weil man ja sich ja eigentlich ganz und gar deutsch waehnt (was immer damit auch gemeint sein soll) und einem (in diesem fall mir) gar nicht aufgefallen ist, wie sehr man doch die landesgepflogenheiten und kultur des eigentlich "fremden" landes angenommen hat...
diese beiden paar schuhe unter einen hut zu bekommen, finde ich manchmal gar nicht so leicht...obwohl es eine unglaubliche bereicherung ist...
caliente_in_berlin - 26. Apr, 10:04

oooh ja. meine leute hier meinen immer, ich wäre ganz und gar nicht deutsch und es ist klar, dass ich mein glück woanders suchen möchte. die leute dort schmeißen mir dann sätze wie "man, du bist wirklich typisch deutsch" an den kopf.

ich hoffe, dein eintrag war nur ein kurzer ausflug in die melancholie...nicht, dass du gerade eine ernsthafte identitätskrise hast. *daumendrück für den ersten fall*
Allegra - 26. Apr, 10:10

...nee, ist keine identitaetskrise....eher eine "melancholische sommergrippe"...bacione
Forum Romanum (Gast) - 26. Apr, 17:19

Liebe Allegra,
Es stimmt, es sagt einem niemand bevor man weggeht, ob für immer oder für längere Zeit, welche Gefühle da auf einen zukommen.
Interessant finde ich, dass es immer Thema ist, egal wie lange man schon fern der Heimat lebt. Abgesehen natürlich von den ersten euphorischen Anfangsmonaten/jahren, je nachdem wie groß die Euphorie und Verliebtheit gegenüber dem Land oder der Stadt halt ist.
Und überrascht bin ich dennoch, dass ich mich in einem anderen EU-Land doch so oft als Ausländerin fühlen kann. Nach einer Phase heftigen Heimwehattacken im vergangenen Jahr, bin ich momentan ebenfalls ins Stadion der Zerrissenheit übergewechselt und fühle mich nunmehr weder hier noch dort richtig zugehörig. Eigentlich kann ich mir momentan weder vorstellen zurück zugehen noch für immer hier zu bleiben. Und irgendwo einen kompletten Neuanfang auch nicht…Ja Du siehst, Du hast ein Thema angesprochen, womit man Seiten füllen könnte. Ein Gefühl, das, wenn es einem plötzlich kalt von hinten erwischt, nicht angenehm ist, also fühle dich total verstanden und als kleiner Trost: du bist damit nicht allein. Eine Freundin von mir lebt seit 20 Jahren in Irland und fühlt sich noch immer wie „sitting on the fence“. Was für sie aber gut passt.
Das Gute: es geht wieder vorbei und es bleibt spannend, was im Gefühlskarussell so als Nächstes wartet ;-))

Lieben Gruß nach Milano!
Irene

Allegra - 29. Apr, 21:25

"das gute: es geht wieder vorbei und es bleibt spannend, was im gefuehlskarussell so als naechstes wartet"

ja, das hast du voellig recht...mal sieht man es als zerissenheit und mal als bereicherung...ein "sitting on the fence" eben...(welch' schoene formulierung von deiner "irischen" freundin)...und...es geht gerade wieder vorbei und der gedanke an die "bereicherung" kommt wieder...

liebe gruesse nach rom

off topic: ist es nicht unglaublich, was da mit dem maedel in der metro passiert ist? ich fasse es nicht, wie kaltbluetig manche menschen sein koennen...
testsiegerin - 29. Apr, 21:42

so. jetzt muss ich mich auch einmischen.
deine zerrissenheit kann ich gut verstehen. und das, obwohl ich nie wirklich von österreich weggekommen bin. zumindest nicht für länger als ein monat am stück.

was mich hier in der diskussion ein bisschen stört ist, dass die, die nie für längere zeit in einem anderen land gelebt haben, als ein bissl stumpfsinnig dargestellt werden.
ja, die wissen nicht, dass es in der südsee keinen stephansdom gibt und die halten alle moslems für bombenleger. und die denken halt nicht darüber nach, sondern leben so ein bissl einfältig und schlicht vor sich hin und haben keine ahnung vom leben.

ich glaub, weitsicht beginnt nicht erst am großen meer, sondern im kopf.
in meinem leben hat es sich halt einfach nicht ergeben, länger ins ausland zu gehen. als ich jung war, war es nicht üblich, einfach so ein jahr ins ausland zu gehen und meine eltern hatten nicht das geld. der grieche, zu dem ich ziehen wollte, wurde von einem deutschen abgelöst, den wiederum ein wiener abgelöst hat.
ja. deppert bin ich trotzdem nicht. auch wenn ich glaube, dass es natürlich wunderbar ist, eine zeitlang im ausland zu leben. hätt ich auch gemacht. werd ich vielleicht auch noch tun. wenn ich alt bin. west - samoa wartet auf mich.

Allegra - 29. Apr, 21:46

ach testi...kein mensch hat hier jemals gesagt, dass leute die nie im ausland gelebt haben "deppert" sind...hier geht's auch nicht um...besser oder schlechter...
lies' noch mal meinen beitrag....wie gesagt...ich persoenlich beneide die menschen manchmal drum...
l.g. nach oesterreich
testsiegerin - 29. Apr, 21:55

in deinem beitrag hab ich das auch nicht gelesen, allegra, sondern eher in manchen kommentaren.

und ich glaub, diese zerrissenheit beginnt nicht erst, wenn man ins ausland geht, in kleinen dosen fühlt man die auch, wenn man von einem bundesland in ein anderes zieht, oder vielleicht von einem dorf ins nächste. gut, da ist das nach-hause-kommen nicht so mühsam, aber das fremdfühlen und nicht wissen, wo man hingehört, das spürt man da genauso.
Allegra - 29. Apr, 22:06

klar, glaube ich auch...dass man das eben ueberall fuehlt...

aber die zerrissenheit ist hier in meinem fall und vielleicht eben auch in dem mancher kommentatorinnen gar nicht mal das fremdfuehlen oder nicht wissen, wo man hingehoert...ganz im gegenteil:
man gehoert in zwei laender...man fuehlt sich in zwei laendern ZUHAUSE und manchmal auch FREMD...das ist die krux!!! ....eine laender-bigamie eben *lacht*
ElsaLaska - 1. Mai, 23:00

das hat nix mit deppert sein zu tun

sondern mit gewissen erfahrungen, die man eben nur machen kann, wenn man sie macht.
ich bin ja auch nicht deppert, nur weil ich keine kinder gekriegt habe und mir diese erfahrung fehlt. wie ich schon schrieb, man kann es intellektuell oder rational nachvollziehen, aber man hat es halt nicht erlebt (hier am beispiel jetzt das kinderkriegen).
du wirst mir das nie vermitteln können, testi, weil ich es einfach nicht ERLEBT habe. das ist nun mal eine unumstößliche tatsache des menschlichen lebens:
du kannst einem menschen, der sich noch nie an einer herdplatte verbrannt hat, noch so viel erzählen und er kann es sich ja auch denken, dass er da besser nicht hinfasst. Wenn er dann aber hinfasst, dann WEISS er auch wirklich, wie es sich anfühlt.
da gibt es eigentlich nichts drüber zu diskutieren und eigentlich auch kein grund zum angepiekst sein.

...et voilà...

30112008-002-

...i commenti...

certamente :-)
certamente :-)
Allegra - 13. Mai, 15:26
Fahren Sie
nur recht vorsichtig, cara Signora Allegra! Und alle...
Giorgione - 9. Mai, 22:30
...frau allegra bekommt...
cinque anni di astinenza…cinque anni una nostalgia...
Allegra - 15. Apr, 15:10
…zwei reale katzen und...
…zwei reale katzen und mich, frau allegra, die wir...
Allegra - 18. Feb, 21:15
…ha lasciato un vuoto...
…ha lasciato un vuoto enorme…ma sono sicura che ne...
Allegra - 18. Feb, 21:12
ich
kann mir gut vorstellen, wie traurig und leer Sie sich...
docbuelle (Gast) - 18. Feb, 16:09

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